Bezahlt unsere Gemeinde für die Käserei in Lamprechtshausen € 920.000.-!?

Man konnte es schon längst in den lokalen Zeitungen lesen: Die SalzburgMilch baut ein Käsekompetenzzentrum in Lamprechtshausen und schafft 110 Arbeitsplätze. Soweit die erfreuliche Nachricht.
Nun, kurz vor der Eröffnung, wird publik, dass die Kläranlage des Reinhalteverbands Pladenbach dafür ausgebaut werden muss. Kosten: € 2.000.000.- welche nun die Mitgliedsgemeinden  St. Georgen, Bürmoos, Lamprechtshausen und St. Pantaleon tragen sollen. Bürmoos mit 46%! Das kann es aber wohl nicht sein. Wir sind gespannt, auf welchen Aufteilungsschlüssel sich die Mitgliedsgemeinden einigen werden. Fraglich ist, warum dies nun kurz vor der Eröffnung des Käsekompetenzzentrums noch immer nicht feststeht. wollte man sich vor den Wahlen dieses Themas nicht mehr annehmen?

 

Bericht in den Salzburger Nachrichten vom 15.04.2014:

 Mehr Abwasser wegen Käserei

SN Lokalausgabe | 15.04.2014

Ausbau. Die Kläranlage in St. Georgen muss erweitern, weil die Käserei im Nachbarort startet. Offen ist aber die Kostenverteilung.

STEFAN VEIGL ST. GEORGEN (SN). Ab Juli will die SalzburgMilch ihr Käsekompetenzzentrum in Lamprechtshausen hochfahren. Der Vollbetrieb mit 110 Mitarbeitern ist für Jahresende geplant. Durch die Firma werden rund 90.000 Kubikmeter Abwasser pro Jahr entstehen. „Das entspricht dem Wert von 6000 Einwohnern“, kalkuliert der St. Georgener Altbgm. Fritz Amerhauser (ÖVP). Er ist Obmann des Reinhalteverbands Pladenbach (RHV), dessen Kläranlage im gleichnamigen St. Georgener Ortsteil liegt. Auch das Abwasser aus Bürmoos, Lamprechtshausen und St. Pantaleon (OÖ) wird dort eingespeist.

Amerhauser muss dafür sorgen, dass die Kläranlage laut Landesvorschrift auf die nächste Ausbaustufe (30.000 Einwohnergleichwerte) ausgebaut wird. Bis Juli sei das aber unmöglich, sagt er. „Ich hoffe, dass wir in den nächsten zwei Wochen wenigstens den Beschluss über die Kostenaufteilung schaffen“, sagt er. Um noch den Baustart bis Anfang 2015 zu ermöglichen, hat er die Planung bereits beauftragt.

Kosten soll der Ausbau zwei Millionen Euro. Laut Einwohnerzahl soll Lamprechtshausen 46 Prozent davon tragen, Bürmoos 29, St. Georgen 15 und St. Pantaleon 10 Prozent. Amerhauser: „Die Frage ist, ob alle gleichermaßen investieren müssen, obwohl nur eine Gemeinde der Nutznießer ist.“

Gebaut werden sollen ein Faulturm sowie ein Betriebsgebäude. Der neue St. Georgener Bgm. Franz Gangl (ÖVP) erhofft so „eine Minimierung der Geruchsbelastung“. Außerdem soll das im Faulturm entstehende Methan in Strom umgewandelt werden. Weiterer Strom soll durch Schneckenturbinen entstehen, durch die das zufließende Abwasser geleitet wird. Überlegt wird auch der Bau einer Photovoltaikanlage auf dem Dach. Amerhauser: „Ziel wäre, dass wir zwei Drittel der jährlichen 50.000 Euro Stromkosten durch eigene Erzeugung einsparen können.“

SalzburgMilch-Geschäftsführer Andreas Gasteiger betont, dass auch der RHV von der Käserei profitiere: „Wir zahlen an Lamprechtshausen 1,3 Millionen Euro für den Kläranlagen-Ausbau. Und das Molkereiabwasser hat den Vorteil, dass es Mikroorganismen enthält, die dann in der Kläranlage nicht mehr zugeführt werden müssen.“